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Sayy: 574 - 15.11. - 29.11.2018 Son sayý için týklayýn
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Mit acht bis zehn Jahren schon ganz allein ins Ausland?

 
Mit acht bis zehn Jahren schon ganz allein für ein halbes Jahr ins Ausland? Dürfen Eltern ihren Kindern das antun? Nein, dürfen sie nicht, betont Annette Handke vom Verein „allef Sprach- und Kulturaustausch“: „Die Initiative muss vom Kind ausgehen. Es sind besondere Kinder, die das wollen – und besondere Eltern, die loslassen und vertrauen können.“ Für die Geborgenheit während der Austauschzeit sorgt der Verein allef. „Das Kind kommt in keine wirklich fremde Familie“, erklärt Annette Handke, die von Ulm aus die deutsche Seite des Austauschs betreut. „Blind in eine Familie schicken, wie man es bei 15-Jährigen macht, ist in diesem Alter undenkbar.“ Die Familien für den Austausch werden sorgfältig ausgewählt. Das läuft in mehreren Stufen ab:

1. Es meldet sich eine Familie und sagt, sie hätte Interesse. Dann schauen wir, ob es gerade etwa gleichaltrige Kinder auf der gegenüberliegenden Seite gibt, gleichzeitig füllt die Bewerberfamilie einen 22-seitigen Fragebogen aus und eine erfahrene Familie aus dem Verein, die selbst schon mindestens zwei Austausche mitgemacht hat, besucht die Bewerberfamilie und schaut, ob sie geeignet ist.

2. Jedes halbe Jahr finden Vorstellungsgespräche statt, im Rahmen eines Begegnungstages, zu dem alle Bewerberfamilien, aber auch ehemalige und aktuelle Familien mit ihren Austauschkindern an einen bestimmten Ort in Deutschland kommen. „Da lernen wir – und unsere französischen und englischen Kollegen – die Bewerberfamilien kennen“, sagt Annette Handke „- und die Familien bekommen Erfahrungsberichte aus erster Hand. Wir können denen ja viel erzählen, aber wenn da ein französisches Kind erzählt, wie es seinen Aufenthalt erlebt, das ist überzeugend.“ 3. Auch in Frankreich und England finden zweimal im Jahr Begegnungstage statt; da lernen die deutschen Betreuer dann die potenziellen Gastfamilien ihrer Schützlinge kennen. Nach den jeweils drei Begegnungstagen in den verschiedenen Ländern kennen also alle Mitarbeiter der drei Länder alle Familien aus allen drei Ländern. Am Schluss setzen sich die Kollegen aus Frankreich, England und Deutschland zusammen und überlegen: Wer könnte zu wem passen? „So ein genaues Kennenlernen der Familien gibt es bei keiner anderen Organisation“, stellt Annette Handke heraus. Dabei ist das erst der Anfang.

4. Als nächstes rufen die Mitarbeiter die Familien an und beschreiben die jeweils andere ohne Namensnennung. Wenn die Familie die andere sympathisch findet, bekommen beide Familien den Bewerbungsbogen der jeweils anderen, zusammen mit Fotos und gemalten Bildern der Kinder, per Post zugeschickt.

5. Erst wenn beide Familien bestätigt haben, sich mit der anderen einen Austausch vorstellen zu können, geben die Mitarbeiter grünes Licht zur direkten Kontaktaufnahme und vereinbaren zwei Besuchswochenenden – in jedem Land eins. Auch dafür gibt allef genaue Hilfen und Anleitungen, zum Beispiel „Nicht aus Höflichkeit zu irgendetwas ja sagen, das einem eigentlich unangenehm ist; Schreiben immer in der Muttersprache, um Missverständnisse zu vermeiden“ und ähnliche Dinge, einfach klingen, aber gerade deshalb leicht übergangen werden, und dabei von grundlegender Bedeutung sind. 6. Wenn die Familien sich kennengelernt haben, geben sie nochmal Bescheid, ob sie den Austausch machen wollen, „und zwar vor allem die Kinder“, betont die Vorsitzende.

7. Die Austauschkinder werden nun für ein Jahr quasi zu Geschwistern: Erst wohnt das eine ein halbes Jahr beim anderen, dann das andere ein halbes Jahr beim ersten. Über den ganzen Zeitraum hinweg halten die Mitarbeiterinnen von allef engen Kontakt zu den Familien: Sie lassen sich erst wöchentlich, später monatlich berichten („Meistens kopieren die Familien einfach ihre Mails an die anderen Familien auch an uns“, erzählt Handke).

„Das Ziel ist natürlich nicht dieses eine Jahr“, beschreibt Annette Handke die Motive des Vereins. Persönlich entwickle sich in dieser Zeit eine Beziehung, die möglichst das ganze Leben anhalten soll mit gegenseitigen Besuchen – und der Horizont wird weiter. Das ist ihre eigene Erfahrung: „Dieses Jahr hat weitreichende Auswirkungen. Es führt zu einer unglaublichen Offenheit und Furchtlosigkeit. Grenzen sind keine mehr.“ Der Einfluss des Austausches wirke sich bis zur Studien- und Berufswahl aus.

Sie selbst war vor 25 Jahren durch einen Zeitungsartikel auf allef aufmerksam geworden, hatte ihn „zufällig“ auf dem Tisch liegen lassen – und sah sich kurz darauf ihrer begeisterten, damals zehnjährigen Tochter gegenüber: „Das will ich machen!“ Die beiden Geschwister folgten ihrem Beispiel dann jeweils schon mit acht Jahren. „Wir haben sieben Austauschkinder gehabt – für jedes unserer drei Kinder je eins in Frankreich und in England und außerdem noch das Nachbarskind eines unserer Austauschkinder. Nach ihrer allef-Zeit haben alle drei noch Auslandsaufenthalte über andere Organisationen gehabt. Mein Sohn hat eine Chinesin geheiratet, meine Tochter arbeitet in China, die dritte hat in den Niederlanden studiert. Zur Zeit gehen wir auf eine Hochzeit nach der anderen, und ich könnte überall Leute besuchen.“ Manchmal, fügt sie hinzu, freundeten sich die Eltern noch mehr miteinander an als die Kinder. „Das klappt natürlich nicht immer“, räumt sie ein, „aber zu einem viel höheren Prozentsatz als bei anderen Organisationen. Dass es so richtig dramatisch kaputtgeht, ist extrem selten; ich denke, das liegt auch daran, dass wir viel abfangen: Konflikte gehen in der Regel über uns, das nimmt viel Potenzial für Missverständnisse raus.“

Der allef-Austausch kostet die Familie 1300 Euro für die gesamte Vorarbeit und Betreuung während des Austausches und darüber hinaus: „Oft stellen wir Jahre später nochmal den Kontakt her.“ . Von diesem Beitrag finanziert der Verein seine Reisen ins Ausland, die Unterbringung der Mitarbeiter im jeweiligen Partnerland, den Druck von Broschüren und Lernbuch sowie die Begegnungstage. Die Familienbetreuer bekommen eine kleine Aufwandsentschädigung, die anderen Mitarbeiter gar nichts. Die ehrenamtliche Konzeption ist für Handke ein Garant für die Qualität: „Wir machen das nur deswegen, weil es uns auch glücklich macht; deshalb ist es jedem von uns ein persönliches Herzensanliegen, dass die Beziehung zwischen den Austauschfamilien rundum gelingt.“

Info:
info@allef.eu
www.allef.eu
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