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Wie wirkt Homöopathie?

Ähnliches mit Ähnlichem zu heilen ist das bekannte Prinzip der Homöopathie. Doch so simpel, wie das klingt, ist es nicht...

 
Ähnliches mit Ähnlichem zu heilen ist das bekannte Prinzip der Homöopathie. Doch so simpel, wie das klingt, ist es nicht. Es wird ja immer der ganze Mensch behandelt – und für so ein komplexes Wesen das "Ähnliche" zu finden, erfordert viel Beobachtungsgabe, Einfühlungsvermögen, Wissen und Erfahrung. "Vorurteilsfreie Beobachtung ist das A und O der ganzen homöopathischen Anamnese." So leicht sich das liest, ist es doch ein hoher Anspruch, den Ulrich Freundlieb da formuliert. Er praktiziert seit 25 Jahren als Heilpraktiker für Homöopathie und weiß: "Sobald man versucht, jemanden in ein Raster einzupassen, ist es vorbei." Das gilt ihm nicht nur für seinen Beruf: "Es ist doch im ganzen Leben das Wichtigste, allem unvoreingenommen zu begegnen, offen und vorurteilsfrei: Das ist eine Übung – für uns alle. Je öfter ich das mache, desto leichter fällt es mir."

Ulrich Freundlieb behandelt Kinder ab dem ersten Lebenstag und natürlich auch Schwangere, zum Beispiel wegen Übelkeit oder vorzeitiger Wehen. Sein Behandlungsspektrum erstreckt sich von Stillstörungen, Dreimonatskoliken, Entwicklungsverzögerungen über Asthma, Neurodermitis, Allergien bis hin zu Konzentrations- und Schlafstörungen inklusive Nachtschreck.

Die Klassische Homöopathie, erläutert er, versuche das Wesen des ganzen Menschen zu erfassen: Was treibt ihn an, was ist ihm wichtig, was kann er gar nicht leiden, was bereitet ihm Probleme? "Die Zusammenschau der Symptome auf der geistig-seelischen und körperlichen Ebene führt zur Wahl der Arznei." Der einen Arznei, wohlgemerkt, die zum ganzen Menschen passt – auch bei akuten Erkrankungen wie zum Beispiel einer Mittelohrentzündung. Die bei vielen Müttern beliebte Selbstmedikation mit "Kügelchen" gegen Schnupfen und andere Wehwehchen lehnt die Klassische Homöopathie ab.

"Häufig wird Belladonna von Laien missbraucht gegen Fieber; das ist schlecht", meint Freundlieb und begründet dies: "Fieber ist eine Abwehrmaßnahme des Körpers, die man nicht stören sollte. Richtig hohes Fieber hat einen schützenden Effekt für den ganzen Körper." Außerdem sei es auch für die Entwicklung des Menschen wichtig, ab und zu eine Krankheit durchzustehen: "Wenn das Leben nie anstrengend ist, dann entwickeln wir uns nicht." Das gelte auch für Kinder: "Wenn wir den Kindern alles abnehmen, dann kommen sie nicht in den Körper und entwickeln kein Selbstgefühl." Selbstverständlich sei es wichtig, dass dem Kind während der Krankheit eine Bezugsperson eng zur Seite stehe.

Die Klassische Homöopathie behält auch bei akuten Infekten den ganzen Menschen im Blick. "Wenn ich verstehe, was da in der Tiefe des Menschen ist, muss ich mich gar nicht so sehr um das Körperliche kümmern, denn die Symptome sind nur der Spiegel dessen", erklärt Ulrich Freundlieb diesen scheinbaren Widerspruch und zitiert Sokrates: "Wenn der Arzt das Auge vom Kopf, den Kopf vom Rumpf, den Rumpf von den Gliedern, den Körper von der Seele trennt und dich nicht auf ein schönes Gespräch einlädt, dann fliehe diesen Arzt als die Krankheit selbst." Schon Hippokrates, der berühmte Arzt des Altertums, habe gesagt: "Es gibt zwei Wege zu heilen: den des Gegenteils und den des Ähnlichen." Auch einige Geschichten in der griechischen Mythologie zeigten ein uraltes Wissen um dieses Wirkprinzip, zum Beispiel die Heilung des Telephos, der von Achilles mit dem Speer verletzt worden war. Die Wunde wollte nicht heilen, der König drohte zu sterben. Da wurde ein Orakel befragt. Das sagte, Telephos könne nur durch das geheilt werden, was ihn verwundet habe. Daraufhin wurde Rost von Achills Speerspitze abgefeilt und in die Wunde gestreut – und Telephos wurde wieder gesund. "Eigentlich kennt jeder das Prinzip, durch das Ähnliche zu heilen, aus seinem eigenen Alltag", meint Freundlieb: "Wenn Sie sich stoßen, drücken Sie doch meistens nochmal fest auf die schmerzende Stelle. Und wenn ein Kind vom Schlittenfahren mit blaugefrorenen Händen heimkommt und brüllt vor Schmerzen – lindern Sie den Schmerz dann mit warmem oder mit kaltem Wasser?"

Der deutsche Arzt Samuel Hahnemann (1755 – 1843) hat das Prinzip der Homöopathie in eine therapeutisch praktikable Form gebracht. Den Titel "Entdecker der Homöopathie" wies er von sich. Schon vor ihm hatten Kollegen homöopathisch gearbeitet und mit verdünnten Arzneien experimentiert. Hahnemann aber entdeckte, dass durch die (von ihm so genannte) "Potenzierung" die Wirkung der Arznei gesteigert wird, wohingegen die einfache Verdünnung zwar die Gefahr der Vergiftung, aber zugleich auch die Wirksamkeit herabsetzte. "Ist doch klar", sagt Freundlieb: "Wenn ich einen Tropfen Belladonna in eine Badewanne voll mit Wasser oder Alkohol schütte, dann passiert gar nichts; da bin ich mit allen Kritikern einig. Es macht aber einen großen Unterschied, ob ich den Tropfen einfach so da reinkippe oder ob ich ihn potenziere, das heißt, der Tropfen wird stufenweise tausend Mal im Verhältnis 1:99 verdünnt und das Fläschchen bei jedem Verdünnungsschritt 100 Mal geschüttelt (insgesamt also 100.000 Mal). Hahnemann war Chemiker und wusste von der Avogadro-Konstante und dass sich nach dem zwölften Verdünnungsschritt kein einziges Molekül der Ausgangssubstanz mehr in seinen Arzneien befand. Er wusste aber auch viel über Physik und daher, dass Bewegungen auch etwas bewirken. Wenn man Metall reibt, passiert ja auch was." So müsse er wohl darauf gekommen sein, die Arzneien physikalisch zu verändern – durch Verschütteln. "Man vermutet", erzählt Freundlieb, "dass er, der schon dreißig Mal umgezogen war, festgestellt hat, dass seine durch die Kutschfahrt geschüttelten Arzneien wirksamer waren als die gleichen, wenn er sie am neuen Ort frisch zusammengerührt hatte." Wissenschaftler tun sich naturgemäß schwer mit Arzneimitteln, die "keinen Wirkstoff mehr enthalten". Empirische Studien legen zwar immer wieder eine Wirksamkeit nahe; die im Pharmabereich verlangten "Doppelblindstudien" sind bei Homöopathie jedoch schlicht unmöglich, weil der Homöpath wissen muss, was er tut, um eine Wirkung zu erzielen und zu beurteilen. Kritiker bezeichnen die Homöopathie deshalb als "Pseudowissenschaft".

Die unbestreitbaren Behandlungserfolge der Homöopathie versuchen diese Kritiker vor allem mit der gründlichen und umfassenden Anamnese der Homöopathen zu begründen: Dem Patienten, so die Vermutung, gehe es allein dadurch besser, dass jemand ihnen so aufmerksam zugehört habe. Das ist zwar ein hohes – und berechtigtes - Lob für die Behandler, spricht aber als "Placebo-Effekt" der Arznei selbst die Wirkung ab. Dass Homöopathie auch bei Tieren und sogar bei Pflanzen wirkt, wird damit erklärt, dass eben der Besitzer sich besonders um das erkrankte Lebewesen kümmere und dies denselben Placebo-Effekt habe.

Ulrich Freundlieb lächelt über solche Erklärungsversuche: "Ich habe Hunderte von Tieren behandelt, unter anderem Kühe in Großbetrieben. (Das muss jedes Mal ein Tierarzt einzeln genehmigen, aber das wäre ein Thema für sich.) Glauben Sie, dass da die Bäuerin mit jeder einzelnen Kuh kuschelt? Ich beobachte die Tiere eine Viertel-, halbe Stunde, höre mir genau an, was die Bäuerin oder der Bauer dazu zu sagen hat, und spreche dann eine Empfehlung aus. Da gab es einmal einen Stall, in dem immer öfter Kälbchen geboren wurden, die so schwach waren, dass sie nach ein paar Atemzügen verstarben. Seit solche schwachen Kälbchen meine Arznei sofort bei der Geburt auf die Zunge gelegt bekommen, überleben sie – alle." Aber natürlich halte er sich nicht für allwissend: "Ich schätze den guten Kontakt zu den Angehörigen benachbarter Therapierichtungen", betont er. "Sowohl Ärzte und Psychologen als auch Hebammen und Osteopathen schicken mir immer wieder ihre kleinen Patienten. Umgekehrt zögere ich nicht, bei diagnostischem Abklärungsbedarf zum Facharzt oder in osteopathische Hände zu überweisen."

In anderen Ländern genießt die Homöopathie offenbar mehr Wertschätzung: In Indien beispielsweise geht die Homöopathie-Ausbildung über mehrere Jahre. Die größten und einflussreichsten Homöopathen des vergangenen Jahrhunderts stammen aus Südamerika und Griechenland. In England gibt es ein Masterstudium Homöopathie, und es gibt ein Königlich Homöopathisches Krankenhaus, in dem sich traditionell die Mitglieder der Königsfamilie homöopathisch behandeln lassen, die Queen sogar ausschließlich. Er wolle ja nichts unterstellen, meint Freundlieb augenzwinkernd, aber: "Die werden alle sehr alt."

----------------------------------------------------------------- Info:

Ulrich Freundlieb hat Soziologie studiert, bevor er seine dreijährige Vollzeitausbildung zum Heilpraktiker an der Josef-Angerer-Schule in München absolvierte. Seit 1988 praktiziert er als Heilpraktiker, nach entsprechender Weiterbildung und Zertifizierung seit 1992 in eigener Praxis für Klassische Homöopathie in Neu-Ulm, und bildet sich regelmäßig weiter in Homöopathie, Klinik, Humanistischer Psychologie und Psychotherapie. Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die Homöopathie für Kinder.
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