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Sayy: 554 - 18.01. - 01.02.2018 Son sayý için týklayýn
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Speck ist für Babys

Die Demütigung beginnt schon in der Umkleidekabine...

 
Die Demütigung beginnt schon in der Umkleidekabine. Eigentlich freut sich ja ein Kind, wenn es neue Kleidung braucht, weil es aus seinen Sachen herausgewachsen ist: Juhu, ich bin schon wieder größer geworden! Wenn aber im Laden alles, was hübsch aussieht, genauso zu eng ist, auch in der nächsthöheren Konfektionsgröße die Knöpfe nicht mehr zugehen und schließlich nur noch die Jogginghosen mit Dehnbund und ein paar zeltartige T-Shirts zur Auswahl stehen, schöpft selbst das behütetste Kind Verdacht: „Mama, bin ich etwa zu dick?“
Klarheit schafft ein Besuch beim Kinderarzt. Der hat eine Tabelle, auf der er ablesen kann, welches Gewicht in welchem Alter bei welcher Größe angemessen ist – und wann es kritisch wird. Das dem Kind zu sagen, kann man übrigens auch gleich dem Kinderarzt überlassen. Wenn der dem Kind die Botschaft rübergebracht hat, dass es aufpassen muss, brauchen die Eltern das Gewicht nicht mehr zu thematisieren. Und das sollten sie auch nicht, meint der Ulmer Kinderarzt Dr. Robert Jungwirth. Auf gar keinen Fall sollten sie dem Kind Vorwürfe machen. Ihre Aufgabe sei vielmehr, „das Angebot zu steuern und die Rahmenbedingungen zu gestalten.“
Probleme durch Übergewicht

Natürlich hat jeder Mensch ein Recht auf seine Kilos. Er trägt ja auch selbst die Konsequenzen. Ein Kind kann das aber noch nicht selbst entscheiden. Es isst, was es bekommt, und bewegt sich so viel, wie es mag - oder darf. Übergewicht beeinträchtigt aber die Lebensqualität gerade von Kindern ganz erheblich: Sie können beispielsweise bei Tobe- und Bewegungsspielen nicht mithalten und werden oft gehänselt. Und die Risiken für die Gesundheit sind bei Übergewicht in der Jugend sogar noch höher, als wenn der Mensch erst in späteren Jahren zulegt. „In Deutschland wiegen 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen zu viel, 6 Prozent davon sind sogar stark übergewichtig oder fettleibig. Ihr Risiko für Erkrankungen wie Bluthochdruck, Fettleber oder eine gestörte Glucoseregulation bis hin zum Diabetes ist hoch. „Schon eine geringe dauerhafte Gewichtsreduktion senkt diese Risiken“, betont Prof. Dr. Martin Wabitsch, Leiter der Sektion pädiatrische Endokrinologie an der Kinderklinik, in einer Broschüre zum Programm „Obeldicks“, das er seit zehn Jahren leitet.

„Je höher das Gewicht als Kind, desto wahrscheinlicher gibt es gesundheitliche Probleme, und desto wahrscheinlicher ist es auch, dass sie als Erwachsene Adipositas und Gesundheitsprobleme haben werden“, präzisiert der Ulmer Kinderarzt Dr. Robert Jungwirth – und zwar umso mehr, je älter das Kind ist: „Bei einem achtmonatigen Kind, das moppelig ist, mache ich mir weniger Sorgen als bei einem 15-jährigen. Beim Baby kann sich das noch auswachsen. Auch wer die Pubertät noch vor sich hat, kann noch hoffen, dass dieser letzte Wachstumsschub das Fett mitnimmt – aber der 15-Jährige wird sein Fett oder zumindest die Neigung dazu wahrscheinlich lebenslang mit sich herumtragen.“

Das „Tragen“ ist hier durchaus wörtlich zu nehmen – mit den entsprechenden Auswirkungen auf die Gelenke: „Dass Extremsport die Gelenke belastet, ist bekannt“, erklärt Dr. Jungwirth; „Übergewichtige belasten ihre Gelenke aber allein schon durch ihr Gewicht, da brauchen sie noch gar keinen Sport zu machen – obwohl der ihnen ja gut täte. Auf die Dauer verursacht das Schmerzen.“
Zwei Teufelskreise verstärken das Übergewicht:

ein psychischer und ein praktischer. Die psychische Komponente beschreibt Dr. Jungwirth so: „Dicke Kinder werden eher gehänselt und geärgert – was ihre Tendenz, sich eine buchstäblich dicke Haut anzufressen, noch verstärkt. Frustessen nennt man das.“ Die Spirale könne durchaus auch hier ihren Anfang nehmen: „Wenn Kinder chronisch gemobbt und geärgert werden, neigen sie dazu, aus Frust mehr zu essen und dicker zu werden. Dann werden sie erst recht gehänselt, weil sie so langsam sind. Obendrein erleben sie sich als nicht so leistungsfähig, spritzig und schnell und fühlen sich den anderen nicht ebenbürtig.“ Vor allem Buben verglichen sich ja ständig: Wer kann dies, wer jenes am besten? „Wenn da einer immer der letzte ist, geht das auf die Psyche“, sagt Dr. Jungwirth. Der praktische Teufelskreis ist offensichtlich: „Je schwerer ein Kind ist, desto schwerer fällt ihm jede Art von Bewegung. Es macht also weniger Sport, weil das zu anstrengend ist, und wird dicker, weil es weniger Sport macht.“

Eine dramatische Folge von Übergewicht wird leicht übersehen, die Dr. Jungwirth aber gerade für Jugendliche sehr zu bedenken gibt: Dicke Menschen haben erwiesenermaßen schlechtere Chancen bei der Bewerbung um Lehrstellen und Arbeitsplätze. Das mag der Einzelne als ungerecht empfinden; nachvollziehbar bleibt es trotzdem, dass ein dynamisch-athletischer Bewerber in der Regel den Personalchef leichter beeindrucken kann als einer, der moppelig-gemütlich wirkt. Im öffentlichen Dienst gibt es sogar eine Vorschrift, dass ein Bewerber, bei dem zu erwarten ist, dass in den nächsten 15 Jahren ein erhöhtes Krankheitsrisiko besteht, nicht verbeamtet werden darf – und Übergewicht ist nun mal ein anerkannter Risikofaktor.
Die Ursachen

Die Erbanlagen (genetische Prädisposition) machen nur einen kleinen Anteil aus. Das sieht man schon daran, dass in Kriegs- und Notzeiten nur zwei Prozent der Bevölkerung übergewichtig sind. Von Geburt an ein höheres Risiko, dick zu werden, haben sogenannte „Mangelgeborene“, also Babys, die untergewichtig zur Welt kommen. „Deren Stoffwechsel hat schon gelernt: Ich muss jede Kalorie, die ich kriege, bestmöglich nutzen“, verdeutlicht Dr. Junghans den Zusammenhang. Häufig sei dies zum Beispiel bei Kindern von Raucherinnen der Fall, „weil da die intrauterine Versorgung oft schlechter funktioniert.“ Auch Flaschenkinder seien im späteren Leben tendenziell dicker als gestillte. Die Hauptursache für Übergewicht sei jedoch ganz klar im Lebensstil zu suchen, konkret in drei Bereichen und zwar
1. Bildschirmmedien
Diese stehen laut Dr. Jungwirth an allererster Stelle. „Eine Stunde Bildschirm im Tagesdurchschnitt bedeutet durchschnittlich zwölf Prozent mehr Körpergewicht“, zitiert Dr. Robert Jungwirth eine Studie aus den USA. In einer anderen Studie sei ein Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von Übergewicht und der Menge des gesellschaftlichen Übergewichts nachgewiesen worden. So habe sich nach der Einführung des Privatfernsehens 1990 der Fernsehkonsum innerhalb von zehn Jahren verdoppelt. Gleichzeitig und gleichermaßen sei der Anteil der Übergewichtigen und das Ausmaß der Übergewichtigkeit gestiegen. Neue Medien kamen hinzu, die Gewichte stiegen weiter. Seit zehn Jahren nun sei der Anteil der Übergewichtigen ungefähr gleich geblieben. Phasenweise seien diese noch dicker geworden, doch inzwischen seien die Anteile stabil. Warum, liegt für Dr. Jungwirth auf der Hand: „Die Menge des Bildschirmkonsums ist nicht mehr gestiegen - und Süßgetränke scheinen zumindest in der Mittelschicht allmählich aus der Mode zu kommen.“
2. Alltagsbewegung
Bewegung ist im Alltag heutiger Kinder nicht mehr selbstverständlich. Wer nicht im Parterre wohnt, nimmt den Aufzug. In den Kindergarten/die Schule und zurück fährt das Mama-Taxi. In der Schule soll das Kind möglichst stillsitzen – am besten bis 16 Uhr, und danach heißt es womöglich noch Büffeln und Nachhilfe, damit‘s „aufs Gymnasium langt“. Das Spielen „auf d‘r Gass“ ist aus der Mode gekommen. Wer es dennoch versucht, findet nur schwer Spielkameraden. Zu groß sind die elektronischen Verlockungen in den Häusern - siehe oben.
3. Ernährung
Zu fett und zu süß sind fast alle Fertig-Nahrungsmittel; am fettesten und süßesten aber sind ausgerechnet diejenigen, die für die Zielgruppe „Kinder“ hergestellt werden. Das macht es Eltern zusätzlich schwer, ihre Kinder vernünftig zu ernähren.
Therapeutische Ansätze
Wie sollen die Eltern denn nun die „Rahmenbedingungen“ konkret gestalten? „Jeglichen Bildschirmkonsum zu vermeiden, ist bei sehr übergewichtigen Jugendlichen die effektivste Maßnahme“, zitiert Dr. Jungwirth noch einmal die eingangs erwähnte US-Studie: „Die Jugendlichen, denen man alle Bildschirme weggenommen hatte, nahmen zuverlässig ab – ganz ohne spezielles Ernährungs- oder Sportprogramm.“ Beides sei aber natürlich ein ebenso wichtiger Beitrag zum Gesundwerden. Dr. Jungwirth empfiehlt eine geregelte Mahlzeitenstruktur, also drei bis vier möglichst gemeinsame Mahlzeiten zu festen Uhrzeiten. Die Speisen sollten „einigermaßen gesund zusammengestellt“ sein. Diät könne ins Gegenteil umschlagen, warnt er. Da drohe nicht nur der Heißhungereffekt; er habe auch schon von einer Studie gehört, in der Studenten in der Mensa fettreduzierte Kost angeboten bekommen. Diejenigen, die das aßen, weil sie abnehmen wollten, aßen aber so viel mehr davon, dass sie nachher mehr Kalorien zu sich genommen hatten als die „Normalköstler“. Süßgetränke sollten ebenso tabu sein wie Süßigkeiten, Fruchtsäfte allenfalls stark verdünnt als Leckerei angeboten werden.

Sodann gilt es, das Kind in Bewegung zu bringen. „Das Abschaffen der Bildschirme hilft da schon wirklich viel“, betont der Kinderarzt noch einmal: „Da wird es dem Kind langweilig, und irgendwann sucht es sich dann doch eine Beschäftigung.“ Das sollten die Eltern unterstützen und lenken, indem sie dem Kind moderate Bewegungsangebote machen, an denen es trotz seines Gewichts Spaß finden könnte. Das gern zitierte Schwimmen ist zwar gelenkschonend, kann aber als Spießrutenlaufen empfunden werden. Besser sind ausgedehnte Spaziergänge in der Natur; wenn das Kind dabei nicht „brav“ auf dem Weg bleibt, umso besser! Um das Kind darüberhinaus zu Bewegung zu motivieren, sollten Eltern aufmerksam beobachten, woran es Spaß hat, und dieses fördern. „Ganz wichtig ist natürlich das eigene Vorbild“, mahnt Dr. Jungwirth: „Wer zum Bäcker um die Ecke mit dem Auto fährt, darf sich nicht wundern, wenn das Kind in die Schule gefahren werden will statt zu laufen.“
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